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Was wäre, wenn wir die Verbrenner elektrisch nachrüsten würden?

Elektroautos sind (noch) zu teuer, um den Massenmarkt zu erreichen. Was aber, wenn wir stattdessen die Millionen vorhandenen Verbrenner auf Elektroantrieb umrüsten würden? Diese radikale Idee könnte der entscheidende Turbo für die Verkehrswende sein.

 

Beispiel Deutschland: hier dominieren mit 49 Millionen PKW weiterhin Benziner und Diesel, während der E-Auto-Anteil 2025 bei nur 3,3 Prozent lag. Die Lösung könnte in der nachhaltigen Weiternutzung bestehen: Statt ressourcenintensive Neuwagen zu bauen, wird der alte Verbrennungsmotor durch einen Elektroantrieb ersetzt. Diese „Retrofits“ sind technisch machbar – und ihr ökologischer Effekt ist atemberaubend. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts (ISI) im Auftrag des SWR zeigt: Würden allein die 2,4 Millionen VW Golf 7 (Baujahre 2012–2021) umgerüstet, ließen sich jährlich 2,76 Millionen Tonnen CO₂ einsparen. Das ist mehr, als ein flächendeckendes Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen bringen würde (ca. 2,6 Millionen Tonnen).

 

Die globale Dimension ist noch größer. Weltweit rollen über 1,25 Milliarden Verbrenner, die in absehbarer Zeit nicht alle durch Neuwagen ersetzt werden können. Oft werden ausgemusterte Diesel und Benziner in ärmere Regionen exportiert und verschmutzen dort weiter die Luft. „Daher braucht es auch die Umrüstung, wenn man die Treibhausgasemissionen weltweit reduzieren will“, erklärt Fraunhofer-Experte Michael Krail.

 

Rechnet sich das? Ja. Ein umgerüsteter Golf spart bei 14.000 km jährlich etwa 1,15 Tonnen CO₂ (deutscher Strommix) – mit Solarstrom sogar rund 1,9 Tonnen. Für Besitzer wird die Fahrt nach etwa acht Jahren wirtschaftlich: Günstigerer Strom, niedrigere Steuern, weniger Verschleiß und steigende Spritpreise machen den Retrofit zur klugen Investition – mit eigener PV-Anlage noch schneller.

 

Aber gibt es auch Anbieter und technische Lösungen dafür? Ja, hier möchten wir einen herausgreifen: e-REVOLT ist ein deutsches Start-up aus Dachau, das sich auf die schnelle Umrüstung von herkömmlichen Verbrennerfahrzeugen zu vollwertigen Elektroautos spezialisiert hat. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, bestehende Autos nachhaltig weiterzunutzen, anstatt neue Fahrzeuge produzieren zu müssen. Der Kern des Konzepts ist ein standardisiertes Plug-and-Play-Verfahren, das den Umbau deutlich beschleunigt. Während individuelle Umbauten oft Wochen dauern, gibt das Unternehmen an, die Umrüstung in partnergeführten Werkstätten innerhalb von nur einem Arbeitstag (ca. 8 bis 24 Stunden) durchführen zu können. Details im anschließenden Video.

 

Die Botschaft ist klar: Die Elektrifizierung unserer Straßen muss nicht auf teure Neuwagen warten. Die Technologie, um den gigantischen Fuhrpark an Verbrennern zu reinigen, existiert bereits. Es ist eine Frage des Willens, sie im großen Stil einzusetzen.

 

Video @ SWR Doku, Bild © e-revolt

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Kommentare: 3
  • #1

    Leo Fellinger (Montag, 23 Februar 2026 11:47)

    Ein Leser hat mich auf eine andere Retrofit-Adresse hingewiesen - der macht das schon seit 15 Jahren und hat bereits 1000 Fahrzeuge auf Elektro umgerüstet. Der ADAC hat darüber ein Video gemacht:
    https://www.youtube.com/watch?v=EWL2UpkbYXo&t=446s

  • #2

    Leo Fellinger (Montag, 23 Februar 2026 11:50)

    Jürgen Maier hat mich auf folgendes Projekt aufmerksam gemacht: Renault Trucks hat ein innovatives Retrofit-Programm gestartet, um die Lebensdauer bestehender Fahrzeuge zu verlängern und den CO₂-Fußabdruck zu senken:

    https://www.renault-trucks.at/press-release/elektro-umrustung-bei-renault-trucks-fur-nachhaltige-mobilitat

  • #3

    Andreas Pfeffer (Montag, 23 Februar 2026 16:08)

    Busse von Diesel auf elektrisch:
    Ein schönes Beispiel, schon fast 100.000 Aufrufe.
    https://www.youtube.com/watch?v=WoMOhWt1liA