Glossar

... der E-Mobilität und Lade-Technik für Konsument:innen

 

Grundlegende Begriffe der E-Mobilität

 

BEV (Battery Electric Vehicle)

Reines Elektroauto, das ausschließlich mit Strom aus einer Batterie fährt. Kein Verbrennungsmotor an Bord.

PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicle)

Plug-in-Hybrid, der sowohl mit Strom als auch mit Benzin/Diesel fährt. Die Batterie kann an der Steckdose oder Ladesäule geladen werden.

REEV (Range Extended Electric Vehicle)

Elektroauto mit zusätzlichem kleinen Verbrennungsmotor, der als Generator fungiert, um die Batterie bei Bedarf nachzuladen (nicht die Räder antreibt).

EREV (Extended Range Electric Vehicle) - siehe auch REEV

Es gibt keinen Unterschied zwischen EREV und REEV; beide Begriffe beschreiben ein Elektrofahrzeug mit Reichweitenverlängerer, wobei EREV (Extended Range Electric Vehicle) oft verwendet wird, um die reine elektrische Funktion zu betonen, während REEV (Range Extended Electric Vehicle) die Technologie selbst hervorhebt.

FCEV (Fuel Cell Electric Vehicle): 

Brennstoffzellenfahrzeuge, die Wasserstoff in Strom umwandeln. 

Kilowatt (kW)

Maßeinheit für Leistung:

Bei E-Autos: Antriebsleistung (z.B. "150 kW Motorleistung" = wie viel PS ein Verbrenner hat)

Bei Ladestationen: Ladeleistung (z.B. "11 kW Ladebox" = wie schnell geladen wird)

Kilowattstunde (kWh)

Maßeinheit für Energiemenge:

Bei E-Autos: Batteriekapazität (z.B. "77 kWh" = "Tankgröße")

Beim Laden: Geladene Energie (z.B. "25 kWh geladen" = getankte Menge)

 

Batterie und Reichweite

 

Nettokapazität

Tatsächlich nutzbare Batteriekapazität. Moderne E-Autos halten immer einen kleinen Puffer zurück, um die Batterie zu schonen.

WLTP-Reichweite

Standardisiertes Testverfahren zur Reichweitenmessung unter verschiedenen Bedingungen (Stadt, Landstraße, Autobahn). Realistischere Angabe als der alte NEFZ-Standard.

Reichweitenangst

Die Sorge, mit leerer Batterie liegenzubleiben. Wird durch bessere Infrastruktur und größere Batterien zunehmend reduziert.

Thermomanagement

System zur Temperaturkontrolle der Batterie (Heizen/Kühlen). Wichtig für Leistung, Ladegeschwindigkeit und Batterielebensdauer.

 

Lade-Technik und Stecker

 

AC-Laden (Wechselstrom)

"Normales" Laden mit Wechselstrom, wie er aus der Steckdose kommt. Das Auto wandelt den Strom intern in Gleichstrom um. Typisch für:

Haushaltssteckdose (2,3 kW)

Wallbox zu Hause (11-22 kW)

Öffentliche AC-Ladesäulen (bis 22 kW)

DC-Laden (Gleichstrom)

"Schnellladen" mit Gleichstrom. Die Wandlung findet in der Ladesäule statt, nicht im Auto. Viel schneller, typisch an Autobahnen (50-350 kW).

Ladekurve

Grafische Darstellung, wie sich die Ladegeschwindigkeit während des Ladevorgangs ändert. Die Batterie lädt meist zwischen 20-80% am schnellsten.

CCS (Combined Charging System)

Der in Europa und Nordamerika vorherrschende Schnelllade-Stecker. Kombiniert den Typ-2-Stecker für AC-Laden mit zwei zusätzlichen Kontakten für DC-Schnellladen.

Typ-2-Stecker

Der europäische Standardstecker für AC-Laden an Wallboxen und öffentlichen Ladesäulen (bis 22 kW).

CHAdeMO

Schnelllade-Standard aus Japan, wird in Europa zunehmend von CCS verdrängt. Noch häufig bei asiatischen Herstellern wie Nissan.

Tesla Supercharger

Tesla-eigenes Schnellladenetzwerk mit eigenen Steckern. In Europa öffnet Tesla Teile des Netzes zunehmend für andere Marken.

 

Ladevorgang und Geschwindigkeiten

 

Kilowatt (kW) bei Ladern

Die "Durchflussmenge" des Stroms. Vergleichbar mit dem Durchmesser eines Gartenschlauchs:

2,3 kW (Haushaltssteckdose) = dünner Schlauch → langsam

11 kW (typische Wallbox) = mittlerer Schlauch → mittelschnell

150 kW (Schnelllader) = Feuerwehrschlauch → sehr schnell

Ladedauer (Faustregel)

Batteriekapazität (kWh) ÷ Ladeleistung (kW) = Ladezeit in Stunden

Beispiel: 60 kWh Batterie ÷ 11 kW Lader ≈ 5,5 Stunden

On-Board-Charger

Im Auto eingebauter Wandler, der Wechselstrom (AC) in Gleichstrom (DC) für die Batterie umwandelt. Bestimmt die maximale AC-Ladegeschwindigkeit des Autos (z.B. 11 kW max.).

Bidirektionales Laden

Technologie, die es ermöglicht, Strom nicht nur aus dem Netz zu ziehen, sondern auch zurückzuspeisen (Vehicle-to-Grid, V2G). Kann das Auto zum mobilen Stromspeicher machen.

 

Infrastruktur und Nutzung

 

Wallbox

Feste Ladestation für Zuhause, meist an der Wand montiert. Bietet höhere Leistung und Sicherheit als eine normale Steckdose.

Smart Charging

Intelligentes Laden, bei dem Zeitpunkt und Leistung automatisch gesteuert werden, z.B. zu Zeiten mit günstigem Ökostrom oder niedrigen Stromtarifen.

Roaming (bei Ladesäulen)

Die Möglichkeit, mit einer Ladekarte oder App verschiedener Anbieter an Säulen anderer Betreiber zu laden. Ähnlich wie Mobilfunk-Roaming im Ausland.

Ad-hoc-Laden

Laden ohne Vertrag oder Registrierung, typischerweise durch Bezahlung per Kreditkarte direkt an der Säule. Wird durch die neue EU-Verordnung AFIR verpflichtend.

HPC (High Power Charger)

Ultraschnelllader für DC-Laden mit sehr hoher Leistung (z.B. 150-400 kW).

Lade-Hub

Größere Ansammlung von Schnellladern an strategischen Standorten, oft mit zusätzlichen Dienstleistungen wie Café oder Shop.

 

Kosten und Tarife

 

Preismodelle

€/kWh: Bezahlung pro geladener Kilowattstunde (wie €/Liter)

€/Minute: Bezahlung pro Lademinute (oft bei Schnellladern)

Mischmodelle: Grundgebühr + €/kWh oder zeitabhängige Tarife

Lastmanagement

System, das bei mehreren Ladepunkten (z.B. im Mehrfamilienhaus) die verfügbare Gesamtleistung intelligent aufteilt, um Überlastung zu vermeiden.

Gleichzeitigkeitsfaktor

Wichtiger Begriff bei der Installation mehrerer Wallboxen: Nicht alle Autos laden gleichzeitig mit voller Leistung, daher kann die Gesamtanschlussleistung geringer sein als die Summe aller Ladeleistungen.

 

Sicherheit und Technik

 

Isolationsüberwachung

Sicherheitssystem, das während des Ladens kontinuierlich prüft, ob kein gefährlicher Stromfluss außerhalb der vorgesehenen Leitungen stattfindet.

Pilot- und CP-Signal

Kommunikationsleitung zwischen Auto und Ladesäule, die u.a. die maximale Ladeleistung aushandelt und die Freigabe für den Stromfluss gibt.

Tethered vs. Untethered

Tethered: Ladekabel fest an der Ladesäule/Wallbox angeschlossen

Untethered: Nur Steckdose, Kabel muss mitgebracht werden (typisch für AC-Laden)

Phasen

1-phasig: Normale Haushaltssteckdose (230V, bis 3,7 kW)

3-phasig: "Kraftstrom" (400V, typisch 11 kW oder 22 kW) - ermöglicht schnelleres AC-Laden, falls das Auto es unterstützt

 

Fahrbetrieb und Effizienz

 

Rekuperation 

Energierückgewinnung beim Bremsen, wandelt den Elektromotor in einen Generator um.

One-Pedal-Driving 

Fahren nur mit dem Gaspedal, durch Rekuperation wird beim Lösen gebremst.

Segeln 

Fahrzeug rollt mit vorhandener Bewegungsenergie aus (oft bei Verbrennern), beim E-Auto kann dies auch durch gezieltes "Ausrollen" erreicht werden.

 

Umwelt und Nachhaltigkeit

 

Graue Energie

Energie, die bereits bei der Herstellung (insbesondere der Batterie) verbraucht wurde. Wird nach einigen tausend emissionsfreien Kilometern "abgefahren".

Second-Life-Batterien

Ausgediente Fahrzeugbatterien, die nicht mehr fürs Auto geeignet sind, aber noch als stationäre Stromspeicher z.B. in Gebäuden oder für erneuerbare Energien weiterverwendet werden.

CO₂-Fußabdruck

Gesamte Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus (Herstellung, Betrieb, Entsorgung). E-Autos haben typischerweise nach 2-3 Jahren Fahrbetrieb eine bessere Bilanz als Verbrenner.

 

Alle Angaben beziehen sich auf den europäischen Markt. In anderen Regionen (z.B. USA, China) gelten teilweise andere Standards.

 

Für jene, denen das noch immer nicht genug ist, 

haben wir ein Trainings-Programm vorbereitet,

basierend auf dem Wissen der RFTH Aachen: