Unsere Reisen mit VW

Wir sind immer schon gereist. Und am liebsten mit dem Auto. Die Freiheit, einfach einzusteigen und wegzufahren, überall zu halten und zu bleiben, wo es gefällt, ist ein unschätzbarer Wert beim Reisen. Es gibt viele Reisen, die wir mit einem Volkswagen absolviert haben, aber nicht immer haben wir einen Reisebericht dabei erstellt. So führte es uns mit einem VW-Bus in die Normandie, mit dem Tiguan durch ganz Italien usw. usw. Herauszugreifen sind da halt ganz besondere, wie jene, wo wir mit dem brandneuen Beetle durch New York gefahren sind oder mit dem Kübelwagen durch Bali. Natürlich war das alles weit vor dem elektrifizierten Zeitalter. Aber eine Parallele fällt uns auf: Der VW Typ 181, so hieß der legendäre Kübelwagen, hatte einen Verbrauch von rund 10 Litern/100km und ein Tankvolumen von 40 Litern, also eine rechnerische Reichweite von 400 Kilometern. Das hat die elektrische Volkswagen ID-Reihe im Schnitt auch - allerdings mit viel weniger CO2-Ausstoß pro km, nämlich Null!


 

 

und läuft, und läuft... 

 

Nein, es ist nicht die Rede vom Käfer, aber von einem seiner engsten Verwandten, dem VW Typ 181 - auch bekannt als "Kübelwagen". In jenem Land, in dem wir aber die erste wirkliche Begegnung mit ihm hatten, wird er "VW Safari" genannt. 

 

Wir schreiben Juli 2008, die Entscheidung, die Insel Bali im indischen Ozean als Urlaubsdestination zu wählen, erweist sich als glücklich. In jeder Beziehung eigentlich, denn Wetter, Sonnenstunden, Wasser- und Lufttemperatur sind in dieser Jahreszeit ideal, der wahre Schatz des Landes aber sind die Menschen. Sanfte, freundliche, geduldige, offene und liebenswürdige Wesen. Dabei sind sie noch mindestens so schön und gegensätzlich wie die Natur selbst: eine fruchtbare, sattgrüne Hügellandschaft, ein leidenschaftlich tosendes Meer. Warum das so ist, wie es ist, und warum man das so bestechend sympathisch empfindet, dafür gibt es viele Gründe. Wegen der sanften hinduistischen Kultur. Wegen der bizarren Gamelanmusik, die am frühen Abend in jedem Dorf zu hören ist. Wegen der bunten Sarongs. Wegen der bezaubernden Blumenschälchen überall, mit denen die Balinesen ihre hinduistischen Götter gütig stimmen wollen. 

 

Wer hier zu sehen und zu verstehen weiß, lernt in den weiten Fahrten durch die Insel mehr über das Leben, als man vorher vermutet. Denn Bali, das ist eben nicht in erster Linie historisches Betrachten, sondern vielmehr gegenwärtiges Erleben, und der Glaube, dass gut ist, was einem nützt, hat auch auf dieser Götterinsel viele Anhänger.  In diesem Sinne entschlossen wir uns für einige Ausflüge, um Land und Leute näher kennen zu lernen. Und zwar mit dem einleitend genannten "VW Safari", ein viertüriges Cabrio auf Käfer-Basis,  das während des 2 Weltkrieges das erste Mal auftauchte. Im Jahr 1969 startete eine Neuproduktion unter der Typenbezeichnung "VW 181 Kübelwagen" in Wolfsburg. In vielen Teilen mit einem Käfer baugleich, werden die etwa 900 kg Leergewicht von dem bewährten 1600 ccm, 48 PS starken Boxermotor angetrieben. Der Motor, über der Hinterachse platziert, hat genügend Traktion, so dass auch auf einen Allradantrieb spielend verzichtet werden kann. 

 

Über die Produktionszahlen des seit 1969 erhältlichen universell einsetzbaren Cabrios gibt es unterschiedliche Angaben. So spreizen sich die Zahlen von etwa 73000 bis 97000 Einheiten des von 1969 bis 1972 in Deutschland, von 1973 bis 1980 in Mexiko gebauten Fahrzeugs. In Indonesien wird der Kübelwagen wie in Mexiko "VW Safari" genannt. Er wurde ab 1976 in Bauteilen aus Mexiko nach Indonesien importiert und dort "assembled", nach ungefähren Angaben etwa 35000 Stück. In den 70er Jahren war der "Kübel" ein beliebtes Fahrzeug für die damals noch schlechten indonesischen Straßen. In den späten 80er und 90er Jahren wurde er fast völlig von den moderneren Autos verdrängt und wird heute nur mehr von wenigen Liebhabern gefahren. Und die haben wir gefunden. Bali Safari Tours, das sind der Österreicher Dr. Robert Köhler und der Deutsche Heiko Schwiering, die seit 1986 auf Bali im Tourismus tätig sind. 

 

Die beiden hatten die Idee, Reisen anzubieten, bei denen man das echte, ursprüngliche Bali kennen lernt. Das heißt aber: Fahren auf kleinen Dorfstraßen, die oft für Reisebusse nicht befahrbar sind. Spontanes Anhalten bei Tempelzeremonien, Besuch lokaler Märkte und balinesischer Familiengehöfte. Religion, Reisanbau, die üppige Flora und Balis Alltagsleben werden dabei auf beschauliche und wissenswerte Weise näher gebracht. Und der VW Safari ist genau das Gefährt, das zur Erkundung von Bali ideal ist. Mit offenem Verdeck die faszinierende Landschaft zu genießen - über Stock und Stein. Denn obwohl er keinen Allradantrieb besitzt, meistert er die schwierigsten Straßenzustände. Heiko Schwiering meint dazu: "Die Entscheidung, genau dieses Auto zu nehmen, hatte einige praktische Gründe und einen emotionalen. Die Autos müssen viermal die Woche quer durch Bali fahren, zum Teil in schwerstem Gelände. Sie haben alle schon mehrere hunderttausend Kilometer  auf dem Tacho - Grundvoraussetzung dafür sind die einfache Technik, die extreme Robustheit und ein riesiges Maß an Zuverlässigkeit. Kein anderer Wagen, auch die modernen Geländeautos bringen in Sachen Gutmütigkeit, Geländetüchtigkeit und Federkomfort auch nur ähnliche Leistungen." Das können wir nur bestätigen, den emotionalen Grund würden wir gerne selbst schildern: Überall, wo man mit den bunten, zum Teil modifizierten Fahrzeugen auftaucht, schlägt einem eine Welle von Sympathie und Wärme entgegen, die Leute winken und jubeln, lächeln voller Anerkennung und Respekt vor diesem historischen Gefährt, das immer noch läuft, und läuft, und... 


 

 

Ein Tag mit dem New Beetle in New York.

 

Wir schreiben 1998. Wir - Verena und ich, planen einen New York Trip. Unsere beiden Kinder stecken tief in der pubertären Lebensphase und haben schon vor längerer Zeit beschlossen, mit den Eltern keine gemeinsamen Urlaubsfahrten mehr zu unternehmen. Doch New York? Aber  Hallo! "Ihr könnt doch nicht ohne uns nach New York". Schon, antworten wir, ihr habt Schule. "Aber nicht zu Ostern!" Lange Rede kurzer Sinn. Wir sind zu viert nach New York geflogen, in den Osterferien, alles doppelt so teuer wie vor- oder nachher, aber was solls. 

 

Aus automotiver Sicht war dieses Jahr auch ein ganz besonderes. Als einer der ersten Hersteller wagte sich Volkswagen mit dem Retro-Concept 1 ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit. Dabei war die Messlatte extrem hoch gelegt, denn kein geringeres Modell als der original VW Käfer sollte neu und dennoch klassisch interpretiert werden. Die Designer Freeman Thomas und J. Mays lieferten eine geniale Vorlage. Amerika war schlagartig verliebt. 

 

Gibt es Zufälle? Nein. Dass ausgerechnet in dem Monat, an dem der Volkswagen New Beetle in den USA eingeführt wurde, wir nach New York reisten, war mehr eine Fügung. Man muss wissen, dass der Beetle erst ein Jahr später in Europa eingeführt werden sollte. Für uns eine gute Gelegenheit, dieses fantastische Auto zu testen und eine Fotostrecke in New York zu produzieren. Meine Kollegen  der Presseabteilung in den USA stellten uns ein Auto zur Verfügung, mit dem wir einen Tag durch New York bummelten.

 

Der Effekt war überwältigend. Überall winkten uns die Menschen zu, alle lächelten, wenn wir mit der blauen Knutschkugel auftauchten, am Parkplatz versammelte sich sofort eine Abordnung Interessierter, die uns in vertiefende Gespräche verwickelten. Einmal hielt uns sogar die Polizei auf, die zwei Uniformierten zwangen uns mit einem Grinsen im Gesicht auszusteigen, damit sie sich ins Auto setzen konnten. Nie wieder haben wir solche Sympathiebekundungen für ein Auto erlebt.

 

Outstanding. New York. Beetle.


 

 

Auf der Königs-Route

 

Portugal liegt - in vieler Hinsicht - am Rande Europas. Das Land am Atlantik, das noch vor einem halben Jahrtausend eine machtvolle Rolle auf der Weltbühne innehatte, liegt im hintersten Winkel der iberischen Halbinsel und bis vor 25 Jahren auch am Rande des europäischen Bewusstseins. Doch Nelkenrevolution, EU-Beitritt, Expo haben das Land aus seinem Dornröschenschlaf gerissen. Und jetzt wird aufgeholt. Im Eiltempo. 

 

Flächenmässig ist Portugal gerade einmal 90.000 qkm gross, mit einer Einwohnerzahl von über10 Mio. Menschen. Die Serra de Estrela, der höchsten Gebirgszug mit einer Höhe von 1991 m, teilt das Portugal in zwei Grosslandschaften: den durch landschaftliche Vielfalt gezeichneten, grünen Norden und den flacheren, trockenen Süden. Was liegt näher, als dieses Land mit dem Auto zu bereisen, wo sich nach jeder Kurve neue wunderbare Bilder zeigen: Steilküsten mit bizarren Felsgebilden, überschäumendes Meer bis zu immergrünen Gartenlandschaften und endlos scheinenden mit Weinterrassen gesäumten Tälern. 

 

Wir beginnen unsere Reise in Lissabon, unser Einstieg in die Königs-Route, wie die Auto-Rundreise vom Geheimtip-Vermittler (unser Reiseveranstalter) respektvoll bezeichnet wird. In Lissabon übernehmen wir auch unseren Mietwagen.

 

Lissabon ist die pulsierende, dominierende Metropole, in der alle Fäden zusammenlaufen - mit dem Flair einer Weltstadt. In der Innenstadt laden Cafes an schönen Plätzen zur Langsamkeit ein. Mit Glück kann man in der Nacht abseits der Touristenpfade Zeuge der portugiesischen Schwermütigkeit werden - in einem der unzähligen Lokale, in denen die betörendste Form der Dekadenz als "Fado" gesungen wird.

 

Lissabon verlassen fällt schwer, jedoch wird man schon kurz darauf durch wunderhübsche, wenn auch touristische Orte wie Cascais und Estoril - das natürlich jedem Motorsportfreak ein Begriff ist - am Meer entlang Richtung Norden getragen. Ein Abstecher nach Sintra, der ehemaligen Sommerresidenz portugiesischer Könige und zum Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlands lohnt sich allemal. Wir fahren durch hübsche kleine Fischerdörfer an der Küstenstrasse - da ein Glas Portwein in einem der vielen Cafès, dort ein Spaziergang auf der Mole - und erreichen Obidos, eine nahezu verzaubertes mittelalterliches Dörfchen umgeben von einer begehbaren Stadtmauer, die einen wunderbaren Blick auf das Umland zulässt. Wir übernachten in Nazarè und brechen am nächsten Morgen mit einem Abstecher nach Fatima in Richtung Coimbra auf. 

 

Die von 20.000 Studenten dominierte Stadt pulsiert vor jungem Leben und Fröhlichkeit. Die Universität trohnt mit seinen vielen Fakultäten und einer atemberaubenden Bibliothek hoch oben inmitten der Stadt. Schweren Herzens nehmen wir Abschied vom vor Atmosphäre triefenden Hotelfossil Astoria  und brechen in die nächste Metropole - Porto - auf. Das bekannte bon mots "Lissabon lebt und Port arbeitet" kommt nicht von ungefähr, spürt man hier am stärksten den Umbruch und die Bemühungen in kürzester Zeit und mit finanzieller Unterstützung der EU modernsten Standard zu erreichen. Eine Führung durch einer der grossen Portweinkellereien am anderen Douroufer ist wohl ebenso ein Muss wie ein Abendessen in einem der unzähligen gemütlichen Tavernen an der Rebeira.

 

Der nächste Morgen bringt uns schon nahe an die Nordgrenze zu Spanien nach Viana do Castelo, das von der wunderschönen Pousada Santa Luzia und der Basilika St. Luzia. hoch oben am gleichnahmigen Berg geradezu dominiert wird. Das Hotel bietet neben atemberaubenden Blicken auch eine vorzügliche Küche. Ein Ausflug zum endlos einsamen Atlantikstrand  (kein Wunder bei 16 Grad Wassertemperatur) lässt die Hektik der zurückliegenden Städte schnell vergessen. Wir machen die wunderbare Entdeckung, dass auch die Portugiesen hervorragende Mehlspeisen fabrizieren und kosten am Praca de Republica - der als einer der schönsten Plätze Portugals gilt - ausgiebigst davon.

 

An der Costa Verde, der grünen Küste entlang führt unsere Reise in den einzigen Nationalpark Portugals - Peneda de Gerés. Die Vegetation explodiert nahezu im wunderbar grünen Norden Portugals - dem Minho - hier wächst sogar in jedem kleinsten Garten der exzellente Vinho verde - ein leichter, süffiger Weisswein und der Stangenkohl der für die berühmteste Suppe - die caldo verde - unentbehrlich ist. Gerés ist ein herrliches Wanderparadies mit Wasserfällen, Stauseen und unendlich dichten Wäldern, wo sogar Wölfe und Bären hausen. Leider ist uns das Wetter nicht hold und wir machen mit dem unbeständigen Klima des Nordens Bekannschaft. 

 

Die nächste Etappe führt uns durch Olivenhaine, Pfirsich- und Mandelbaumgärten und durch die ersten Weingüter ins Douro-Tal, in dem die unvergleichliche Portweintraube angebaut wird - und zwar nur hier - weltweit. Kein anderer Wein darf sich Portwein nennen, stammen seine Trauben nicht aus diesem atemberaubenden schönen Tal, durch das sich der Dourofluss schlängelt. Mächtige Weinbaugüter, Quintas genannt, beherrschen die Landschaft, soweit das Auge reicht. Die Reiselimousinen-Vorzüge spielt der Passat gerade auf den verschlungenen und teilweise ruppigen Straßen im Douro-Tal aus: exzellente Kurvenstabilität, ein Fahrwerk, das jede Unebenheit zugunsten des Reiseerlebnisses einfach beseitigt. Das Hotel Vintagehouse in Pinhao gehört ebenfalls einem der mächtigen Portweinquintas - "Taylors". Selbstverständlich wird der Gast bereits an der Rezeption mit einem Glas bestem Vintage-Port eingestimmt....

 

Nach einem Kurzbesuch in Guarda, der höchstgelegenen Stadt Portugals fahren wir am Sternengebirge, der Serra des Estrela entlang nach Ervedal, ein kleines verschlafenes Dörfchen, wo wir im Solar de Ervedal - einen 500 Jahre altem Herrenhaus einen unvergesslichen Abend  mit Fadomusik und Portwein vor einem offenen Kamin verbringen. 

 

Die Fahrt über das Sternengebirge zeigt einmal mehr die landschaftliche Vielfalt Portugals. Am höchsten Punkt, dem Torre, befindet sich das einzige Schigebiet Portugals und selbst Ende Mai hat es hier nur 0 Grad Celsius und vom Wind gebildete waagrechte Eiszapfen an den Sträuchern. Nach der Gebirgsüberquerung erreichen wir den nördlichen Alentejo. Die Landschaft verändert sich wieder in herrliche Blumenwiesen, Olivenhaine und die ersten Korkeichen. Es wird auch spürbar wärmer, da der kühle Atlantikwind vom Gebirge abgehalten wird.  

 

Wir machen einen Abstecher nach Monsanto - einem in die Felsen gebautes Bergdorf, das den Besucher mit seinem einmaligen Flair verzaubert. Nach der Übernachtung in Crato verbringen wir einen angenehmen Tag in Évora - ein zum Weltkulturerbe erhobenes Städtchen mit ausgedehnter Fussgängerzone zum Flanieren. Die Kathedrale, das Templo Romano und die Gebeinekapelle sind nur einige der Sehenswürdigkeiten, die die Hauptstadt des Alentejo zu bieten hat. Der Versuch, kostenlose Leihfahrräder zu ergattern scheitert an der portugiesischen Nonchalance... vermutlich ein versteckter Hinweis darauf, unserem komfortablen, geräumigen Reisegefährt treu zu bleiben. Denn - das sei hier gesagt: auch wenn man nur zu zweit reist, also auch ein kleineres Auto seinen Dienst tun würde - Atmosphäre entsteht nun mal erst durch den richtig dimensionierten Raum und die darin verarbeiteten Materialien. 

 

Bevor wir von Lissabon aus zurück nach Österreich fliegen, lassen wir die 14-tägigen Rundreise in Sesimbra  - einen authentischen Fischerdörfchen mit schönem Strand und ausgezeichneten Fischlokalen - ausklingen. 

 

Bleibt nur zu sagen: Portugal ist mit seinen unzähligen Schlössern, Kathedralen und Klöstern nicht nur ein Traumland für passionierte Kunsthistoriker - sondern genauso ein Land für erlebnishungrige Stadtmenschen und romantische Naturliebhaber - auf alle Fälle aber für lustvolle Geniesser mit oder ohne einem Hang zur allgegenwärtigen portugiesischen Traurigkeit - der SAUDADE.


 

 

 

 

 

Erstmal elektrisch - die Fünf-Länder-Tour

 

Kurz vorausgeschickt: Meine Frau Verena und ich haben uns im September 2021 auf eine 11-tägige Reise durch 5 europäische Länder gemacht, um einen ganz privaten Langstreckentest durchzuführen. Das heißt, nicht 3000 km lang ein E-Auto zu testen, dafür gibt es andere Experten, sondern die Infrastruktur, die man benötigt, in Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich und Schweiz auf den Prüfstand zu stellen. Ein praxisgerechter Test, denn das war es, was uns wie viele andere Österreicher interessierte: Wie einfach oder mühsam ist es, elektrisch auf Urlaub zu fahren. Und auch, die Langstreckenfähigkeit dieser Technologie, der Elektromobilität, die wir so dringend für das Erreichen der CO2-Ziele des Pariser Klima-Abkommens benötigen, zu beweisen. Das ist - so kann man ohne detaillierte Auflistung an Fakten sagen - geglückt.

 

Für mich kann ich sagen, wenn es irgendwie möglich ist, möchte ich in Zukunft nur mehr so reisen. Emissionsfrei, nahezu lautlos, entspannt. Doch selbstverständlich ist das nur eine, meine persönliche Meinung. Und genauso selbstverständlich erwartet man von uns auch eine Aufzählung der Fakten, die mich so positiv stimmen. Fangen wir trotzdem mit dem Auto an. Es war ein (geborgter) Volkswagen ID.4 GTX, brandneu und faszinierend. Alles, was man dazu sagen kann: Der Hersteller hat seine Hausaufgaben gemacht. Das ist ein Automobil auf Höhe der Zeit, es gibt nichts, was ich mir hier dazu noch wünschen könnte, außer: mein Herz schlägt für den ID.Buzz. Der wird es bei mir werden. Unser mondsteingrauer ID.4 GTX verfügte über sage und schreibe 299 PS, Allradantrieb, einen großen 82 kWh-Akku und damit über eine maximale Reichweite von 478 km, was wir bestätigen können. Die höchste Ladegeschwindigkeit beträgt 125kW, was nichts anderes bedeutet, als dass er von 0 auf 80% gerade mal 38 Minuten Ladezeit benötigt. Zudem verfügt er über allerlei Annehmlichkeiten wie elektronische Helferlein, einen Riesenbildschirm und unglaublich viel Platz.

 

Nun zur Infrastruktur: Ja, es gibt ein starkes Nord-Süd-Gefälle in der Betrachtung dieser speziellen Reise. Der Zugang zu dieser Technologie ist hier sehr differenziert umgesetzt. Während man im Norden (Deutschland, Schweiz, Österreich, aber auch im nördlichen Frankreich) versucht, eine unkomplizierte und praxisgerechte Versorgung mit Strom herzustellen, verliert sich der Süden (Südfrankreich, Italien) in Planspielchen der besonderen Art. Jeder kleine Stromanbieter (wahrscheinlich auch jeder große) oder Lade-Provider entwickelt eigene Zugangshürden, die zum Zweck haben, den Nutzer an sich zu binden, aber einen gegenteilige Wirkung erzeugen. Bevor man Strom beziehen kann, muss man Abos abschließen, auch wenn man nur einmal dort laden will, Fragebögen ausfüllen, Steuernummern bekanntgeben, alles Informationen, die man gerne eingibt, um endlich an die ersehnte Elektrizität zu gelangen, bis man dann an der Postleitzahl scheitert, weil das System nur mehr als vierstellige akzeptiert. Alles umsonst. Meine Empfehlung: In diesen Ländern diese kleinen Anbieter einfach ignorieren. Nur die großen anfahren. Stichwort IONITY. Hier wurde ein Netzwerk geschaffen, das in all diesen Ländern gleich und klaglos funktioniert. 

 

Zurück zur Kernfrage. Sie lautete: Ist man mit Elektromobilität heute uneingeschränkt reisefähig? Meine Antwort. Ja. Kein Zweifel. Die Reisekultur, die man mit einem Elektromobil entwickelt, erhöht den Genussfaktor des Autoreisens um ein Vielfaches. Man reist entspannter, weniger gehetzt, genießt den Moment. 2907 km haben wir in 11 Tagen zurückgelegt, mit durchschnittlich 17,2 kWh pro 100 km. Das sind bei einem ebenfalls durchschnittlichen Strompreis von 39 Cent/kWh ein Gesamtpreis von 201 Euro. CO2-frei, nicht immer mit reinen Grünstrom, aber doch sehr oft, in der Schweiz zum Beispiel durchgehend.

 

Nun sind wir traurig und glücklich zugleich. Traurig, dass diese wunderbare Reise, bei der uns auch eine Handvoll Freunde virtuell begleitet haben nun zu Ende ist, und dass wir dieses großartige Automobil zurückgeben mussten. Aber glücklich darüber, diese Reise, dieses Experiment gemacht zu haben. Wir haben viel gelernt.


 

 

 

 

Einmal elektrisch um den Ärmelkanal

 

Am 25. März 1973 holte ich frühmorgens meinen Führerschein von der Behörde ab. Die Freiheit winkte, eine Freiheit, die in den 70ern in erster Linie mit Mobilität zu erreichen war, etwas das grenzenlos war und die Welt deutlich kleiner und erreichbarer machte. Ich hatte damals wie viele meiner Generation einen Traum, was das Auto betraf: den Bulli - für mich unerreichbar.

 

Ein Zeitsprung ins Jahr 2022. Zur ursprünglichen Leidenschaft für Mobilität und Reisen war inzwischen noch eine weitere dazu gekommen: Die Passion für Elektromobilität. So kam es, dass meine liebste Reisebegleiterin Verena und ich uns auf eine Reise begaben, die uns 15 Tage lang 5000km durch 6 Länder führen sollte, Ziel war eine Umrundung des Ärmelkanals. Die brennende Frage dabei: Mit welchem Auto? War es nicht an der Zeit, sich einen lebenslang mitgetragenen Wunsch zu erfüllen? Und so wählten wir für diese Reise den legitimen Nachfolger des legendären Bulli, den Volkswagen ID.Buzz. Unten orange, oben weiß. Sein unverwechselbares Bulli-Gesicht sah uns freundlich an, einladend, als würde er sagen: Lasst uns starten! Und das taten wir.

 

Über Stuttgart nach Luxemburg, von dort aus über Belgien nach Air-de-la-Lys, wo wir in einem privaten kleinen Schloss übernachteten. Frühmorgens brachen wir auf nach Calais, um mit der Fähre den Ärmelkanal zu überqueren und mit der Umrundung zu beginnen. Im englischen Dover angekommen, verließen die wir Fähre und hielten uns LINKS, LINKS, LINKS bis zur ersten Ladestation (von denen es in England reichlich gibt) und blieben dort nicht unbemerkt, die Engländer können nämlich ihre Begeisterung für den alten und den neuen Bulli nicht verbergen. Sogar die britischen Zollbediensteten ließen es nicht bei "I like your car" bewenden, wir mussten auch alle Türen und Klappen öffnen, und das nur zum Zweck der Vorführung.

 

Wir genossen das Bummeln entlang der südenglischen Küste und kamen spätnachts in West Wittering an, einem zauberhaften Dorf in West Sussex. Am nächsten Morgen nahmen wir die Fähre in Portsmouth, die uns auf die Isle of Wight trug. Beinahe exotisches Klima, beeindruckende Klippen und naturbelassene Strände. In Ryde schummelten wir uns frech in eine Oldtimerausstellung und stellten uns mitten hinein neben einen Bulli T1 aus dem Jahr 1969. Begeisterung pur bei den Besuchern - für alt und neu!

 

Weiter zur Jurassic Coast, ein UNESCO Weltnaturerbe, wo wir eine Gruppe Aktivist:innen, die sich für Reinigung der lokalen Küste einsetzen, trafen. 3 Tonnen Meeresplastik sammeln sie jährlich! Wir zeigten den Strandreinigern unseren ID.Buzz und erzählten etwas über die darin verwendeten Materialien - keine tierischen Stoffe mehr, die Sitzbezüge aus 10% Meeresplastik und 90% PET-Recycling. Das gefiel!

 

Von Poole ging es auf die Fähre nach Cherbourg, von dort dann weiter ins bretonische Perros-Guirec - dort zählt die Côte de Granit Rose mit ihren bizarren Felsformationen aus rosafarbenem Steinformationen zu den spektakulärsten Sehenswürdigkeiten. Die nächste Station war der Kunst gewidmet: Wir besuchten La Gacilly, wo jährlich Frankreichs größtes Open Air Fotofestival stattfindet, das sich ganz dem Umweltschutz verschreibt. Dann nach Arradon am Golfe de Morbihan, wo wir bei einem Bootsausflug schon die ersten Ladesäulen am Pier und die dazugehörigen Elektro-Boote entdeckten. Wir verließen die bretonische Küste in Richtung Nordost. Unser Ziel war Rennes, Hauptstadt der Bretagne. Auf den ersten Blick eine angesagte, kreative Region am Puls der Zeit. Eine Stadt, die im absoluten Gegensatz zu der Stadt steht, die wir als nächste ansteuerten: Paris. Dort fuhren wir in einem Fesselballon, der eigentlich als Instrument zur Umweltsensibilisierung installiert wurde, nach oben und bewunderten aus der Vogelperspektive die pulsierende Metropole.

 

Bei der Heimfahrt über Straßburg zogen wir Bilanz wir über das Erlebte, über geglückte und verunglückte Ladesituationen, über die Aufmerksamkeit, die uns unser ID.Buzz beschert hat, die Sympathie, die wir spüren durften, und wir fragten uns, ob wir uns noch eine andere Mobilitäts- und Antriebsform als die elektrische vorstellen können. Die Antwort ist: NEIN. Die Tatsache, lokal emissionsfrei zu reisen, ist faszinierend. Wir haben uns ausgerechnet, dass wir mit unserer Photovoltaikanlage zuhause im Monat August so viel Überschuss-Strom erzeugt und ins Netz eingespeist haben, wie wir auf dieser Reise verbraucht haben. Der ID.Buzz hat sich als idealer Reisegefährte profiliert, wir glitten leise und unbeschwert durch die Landschaft, steuerten so alle 300 km eine Ladesäule an. Das ist auf Autobahnen kein Problem, geht schnell, besonders die Ionity-Ladeparks erledigen das untadelig, auf der Landstraße ist das Laden dann schon etwas langsamer. Das ist alles super machbar, wenn man es mit Essenspausen oder Besichtigungen kombiniert. Nicht einer Sekunde haben wir gefürchtet, irgendwo liegenzubleiben, obwohl das Ladenetz noch nicht dort ist, wo und wie es sein könnte. Aber das wird sich schnell ändern, davon sind wir überzeugt.

 

Wer diese Reise gerne noch näher kennenlernen will, findet die Details in unserem Blog oder als TV-Produktion in unserer Mediathek.


 

 

 

 

Elektrische Genussreise in den slowenischen Karst

 

Vor der Tür unser weiss/orange leuchtender ID.Buzz (liebevoll Rolling Pumpkin genannt), 350 km weiter südlich ein lockendes Grenzland, das sich Karst nennt, knapp oberhalb der Adriaküste, nah und doch schon mediterran. Das ist gut für alles, was dort wächst, zum Beispiel für den Wein, aber auch für uns, denn eine Kurzreise dorthin kann den Sommer noch um ein paar Tage verlängern.

 

Natürlich weiß man um die Existenz des slowenischen Karstes, aber immer, wenn man sich für eine Kurzreise in diese Richtung entscheidet, wird es das italienische Collio und nicht das slowenische Brda, das ebenfalls übersetzt Hügel bedeutet. Hügel, deren Grenzland verschwimmt zwischen zwei Kulturen, die ähnlich, aber doch so unterschiedlich sein können. Diesmal haben wir uns für die slowenische Variante entschieden, eine Kurzreise zu Land und Leuten, Natur, Ursprung, Kulinarik und Wein - in einem Wort zusammengefasst: Genuss. Unser Ziel ist Štanjel, ein mittelalterliches Dorf, Perle der Karstarchitektur und einzigartiges Kulturdenkmal. Es erstreckt sich als terrassenförmiges Dorf auf dem Hügel Turn, mit Schlosskomplex, Wehrtürmen, und einem zitronenförmigen Glockenturm. 

 

Auf dem Weg dorthin laden wir auf der Raststation Dreiländereck bei der Kelag-Schnelladestation nach. Dann besuchen wir in Cormons den kleinen Betrieb Prosciutto d’Osvaldo und verkosten dort den köstlichen Karstschinken. Weiter gehts zum Weingut "Atelier Kramar", gleich hinter der italienischen Grenze und treffen Matjaž und Katja Kramar, er Bildhauer, sie Malerin, daneben leidenschaftliche Winzer. Wir verkosten! Angekommen in Stanjel beziehen wir das entzückende Biohotel St. Daniel im Ortsteil Hruševica und fahren zum Abendessen ins Bistro Grad Štanjel im Herzen der mittelalterlichen Burg. Das Essen: frisch, lokal, schmackhaft und kreativ. Eine Ladesäule unterhalb der Burg lädt uns zum Stromtanken ein - noch dazu gratis.

 

Am nächsten Tag geht es in die "Škocjanske jame", die Höhlen von Škocjan. Unter allen Karsthöhlen der Welt, die ein wertvolles Naturerbe darstellen, sind diese Höhlen wirklich etwas Besonderes. Seit 1986 stehen sie auf der Liste des UNESCO-Weltkultur- und -naturerbes. Unbedingt besuchen! Auch hier: Gratis-Ladesäule. Dann widmen wir uns wieder der Önologie und besuchen Sandra und Matej Bizjak, eine Biologin und einen Mathematiker: zusammen sind sie Santei. Ihr engagiertes  und unermüdliches Schaffen spiegelt sich in der Spitzenqualität von Naturweinen, Spirituosen und sogar im Santei-Gin wider.

 

Die Abende verbringen wir in ausgewählten Restaurants, in Volčji Grad im Betrieb der Familie Kamnarjevih, eine einfache, ehrliche Küche, gekocht von der Mama, serviert vom Sohn, der zwischendurch mal zurück in den Bauernhof muss, um die Schafe in den Stall zu bringen, wenn er die Gerichte in der winzigen Küche anrichtet, singt er dabei. Zu erwähnen auch das Špacapanova hiša im kleinen Ort Komen, eine Institution der Kulinarik. Ihre Küche basiert auf den erstklassigen Zutaten des eigenen Hofes oder der umliegenden Bauernhöfe. Und auf einer Portion Fantasie. Auch hier wieder eine Gratis-Ladesäule für unseren ID.Buzz.

 

Ein etwas anderer Roadtrip, eine lustvolle Reise, geprägt von Begegnungen mit eindrucksvollen Menschen, die alle eines gemeinsam haben: Sie folgen einer Passion, einer Leidenschaft, sie haben ihr Leben genau danach ausgerichtet, auch wenn das manchmal mit Entbehrungen verbunden ist. Die wunderbaren Produkte, die sie am Ende des Tages auf den Tisch oder ins Glas bringen, ist ein gerechter Lohn dafür. Wir durften diesen 5-tägigen elektrischen Roadtrip mit besten Freunden genießen. Schöne Dinge zu teilen, ist etwas Besonderes und - wie alle unsere anderen Reisen - war auch diese CO2-frei. Entspannt, lautlos und komfortabel spulten wir die 1100 km ab, im Schnitt haben wir 25,8 kW/100km verbraucht (4 Personen plus Gepäck), die Lade-Gegebenheiten in dieser Region sind überraschend gut, und manchmal sogar gratis.

 

Dieser elektrische Roadtrip ist im Lovelectric-Blog ungekürzt und reich bebildert zum Nachlesen und Nachreisen unter www.lovelectric.at. Dort findet man auch alle Adressen von Restaurants, Weingütern, Hotel, Sehenswürdigkeiten und E-Lademöglichkeiten.


 

 

 

 

Eine elektrische Herbstreise in die Provence…

 

Eine Hochzeitseinladung führte uns im Oktober ins provenzalische Correns, ein Ort wie aus einem alten französischen Bilderbuch, weltvergessen und romantisch, aber davon später. Unser ID.Buzz ist prall gefüllt mit technischen Utensilien, dazu noch meine gesamte Fotoausrüstung, ich bin Fotograf dieser Hochzeit. Knappe 1.032 km gilt es elektrisch zu bereisen, aber nicht in einem Stück, davon sind wir schon vor langer Zeit abgekommen, selbst mit dem Verbrenner haben wir diese Strecke geteilt. Das macht auch Sinn, denn es liegen wunderbare Orte zum Verweilen und Übernachten auf dieser Route: Brescia, Piacenza, und wenn man einen kleinen Umweg fährt, auch Cremona oder Bergamo. Alles Städte, die wir auf diese Weise schon kennenlernen durften, diesmal ist die Wahl auf Tortona gefallen.

 

Wer typische italienische Stadtatmosphäre genießen möchte und nicht auf der Jagd nach touristischen Höhepunkten ist, findet in Tortona seinen Ort zum Seele baumeln lassen. Tortona liegt mit knapp 27.000 Einwohnern in der Provinz Alessandria im Piemont, sie ist die Hauptstadt einer Region, die als Colli Tortonesi bekannt sind, oder noch besser, als Kleine Toskana. Neben dem Wein sind Trüffel eine weitere wichtige Frucht der Colli Tortonesi, hier gibt es: Weiße Trüffel, Schwarze Trüffel und Scorzone.

 

400 km liegen vor uns, ein Teil noch dazu auf einer der schönsten Autobahnabschnitte Italiens, von Genua bis Ventimiglia. Die "Italienische Riviera Panoramastraße" startet in Genua und endet in Ventimiglia. Die Route: Genua - Savona - Noli - Albenga - Alassio - Imperia - San Remo - Bordighera - Ventimiglia. Jeder dieser Orte hat seine eigenen Attraktionen, wie beispielsweise die malerischen Strände von Alassio, die bezaubernden Landschaften von Noli und die vielen Sehenswürdigkeiten von San Remo. Auf der Höhe von Bordighera liegen Berge und Meer liegen dicht beieinander, an diesem sonnenverwöhnten Küstenstreifen, wo Italien auf Frankreich trifft, gesäumt von pastellfarbenen Jugendstilvillen in Gärten mit Palmen und exotischen Blumen. 

 

Wir passieren die Grenze zu Frankreich - und schon ist alles anders, jedenfalls die E-Mobilität betreffend. Selbstverständlich laden auf jeder Autobahn-Raststation, herauszuheben ist das Engagement von TOTAL: Ausreichend Schnelllader, überdacht, mit Equipment zum Scheibenreinigen und - man glaubt es nicht - auch Staubsauger sind bei drei von den Stationen. Das Auto lädt schnell, dann gehts weiter zum eigentlichen Ziel: Correns.

 

Ein Ort, wie aus der Zeit gefallen, tief im Herzen der Provence, sattgrün und reich an Wasser, eine scheinbar intakte Natur ringsumher. Das ist die "Provence Verte", die sich zwischen den Gorges du Verdon im Norden, dem Massif des Maures im Südosten und dem Walfischbuckel der Sainte-Baume im Südwesten erstreckt. Seit jeher ein gutes Klima, gerade für den Weinbau. Inzwischen wird auf etwa 95 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche von Correns, etwa 300 Hektar, nur noch biologisch produziert. In dieser wunderschönen Umgebung eine Hochzeit mitfeiern zu dürfen (sie fand auf einem Weingut statt), ist ein Geschenk und Privileg. Zudem haben wir die freien Zeiten ausgiebig genutzt mit Ausflügen in die Umgebung von Correns, nach Aups, dem Trüffel-Zentrum der Provence, nach Carcès, wo wir zufällig im Café alte Freunde trafen, Künstler, die sich hier niedergelassen haben. Correns ist ein idealer Ort, um auszuspannen, die Seele baumeln zu lassen, zu wandern und um Ausflüge in die nähere Umgebung zu machen, die allemal interessant ist. Da gibt es in Stundendistanz Aix en Provence, Marseille, Saint Tropez und noch viele andere schöne Orte.

 

BILANZ UND FAZIT

2.334 elektrische Kilometer haben wir in fünf Tagen zurückgelegt, davon 2.064 auf Autobahnen und Schnellstraßen. 513kWh haben wir dabei verbraucht, das ist ungefähr die Hälfte der Energie, die wir zuhause mit unserer Photovoltaik-Anlage im Oktober erzeugen werden und immer noch weniger als das, was wir als Überschuss-Strom ins Netz einspeisen. Also wieder eine CO2-neutrale Reise. Ein gutes Gefühl, eine fantastische Bilanz.

 

Wir haben auf unserem Blog www.lovelectric.at noch mehr Informationen dieser Reise und eine kleine Liste an Ausflugszielen als Download-PDF bereitgestellt.