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Zwei Wochen im grünen Paradies - Verenas Blick auf Dänemark

 

DAS UNTERSCHÄTZTE LAND

„Urlaub in Dänemark? Wie kommt man denn auf DIE Idee? Dort ist es doch nur flach, da es gibt es doch keine Berge, dort regnet es doch dauernd und es wird nie richtig Sommer.“ Noch gar nicht richtig gelandet in Kopenhagen, räumt Dänemark mit diesen Uralt-Klischees ganz schnell auf. Kaum ein Land hat so viele Facetten, so viele Gesichter, so viele sympathische Menschen und eine Werte- und Vertrauenshaltung, die man weltweit erst einmal finden müsste.

Quirlige, junge, architektonisch beeindruckende Städte - wie Kopenhagen und Aarhus - die mit aller Kraft in die Zukunft zeigen, eine Gesellschaft, die nicht nur an die Nachhaltigkeit glaubt, sondern sie auch gemeinschaftlich lebt, Myriaden von Rad fahrenden Menschen, die so ganz nebenbei ihrer Gesundheit täglich am Weg in die Arbeit oder in die Uni Gutes tun, dem Geist und der Seele wohltuende Kunst, in jeder noch so versteckten Ecke der Stadt.

Als Gegenpol zu den pulsierenden Städten gleitet man mit Fahrrad oder Elektroauto durch die ländlichen Gegenden, erkundet die teilweise energieautarken Inseln, die wunderschönen Küsten, die Strände, die alten Windmühlen neben den neuen Windrädern und Offshore-Parks, die Felder und Wiesen, die üppigen Blumen, pittoreske Häuschen mit liebevoll gepflegten Gärten. Ich könnte ganze Bücher schreiben über die Eindrücke dieser Reise… Und natürlich mit der rosaroten Brille - das Privileg der ersten Liebe.

 

UND DANN WAR DANN NOCH DIESES LÄCHELN

„Wie sind die Dänen denn so?“ werde ich mit Sicherheit gefragt werden. Und meine Antwort wird sein: Freundlich sind sie, rücksichtsvoll und freundlich, fröhlich-gesellig, tiefenentspannt und freundlich, und überhaupt generell hyggelig und sehr freundlich. Sie sind äußert hilfsbereit, pragmatisch, praktisch, minimalistisch, bescheiden, feierfreudig und entschleunigt. Und ja: Freundlich sind sie auch!

Nein, ganz im Ernst: Wenn Du einem Dänen/einer Dänin ins Gesicht schaust, kriegst Du ein Lächeln zurück, 100%ig. (Ich probier‘ das ab jetzt auch in Österreich…!?!?) Und Leute, ich kann Euch sagen! Das ist ein so schönes Gefühl, 100x am Tag angelächelt zu werden, man fühlt sich willkommen und angenommen und denkt sich sofort: In diesem Land könnte ich den Rest meines Lebens verbringen! Es wäre doch eh so einfach…

(PS: Dänemark ist eine Vertrauensgesellschaft und so gut wie jede/r hält sich z.B. an die Verkehrsregeln und Geschwindkeitsbeschränkungen, so ist auch Autofahren weitgehendst stressfrei!)

 

BIER, BIER, BIER

Dänemark ist das wahre El Dorado für Bierliebhaber und ich liebe Bier! (Ich ersuche, dieses klare Outing gebührend wertzuschätzen). Auch das kleinste Städtchen hat sein eigenes Craft-Beer, das Brown Ale ist regionsübergreifend ein Gedicht und IPA gibt es an jeder Ecke in den feinsten Nuancen. Hier gibt es von mir 1000 Punkte. Und aus.

Wein kommt aus allen Ecken der Welt. Es gibt sogar dänischen Wein - wer hätte das gedacht? Europas nördlichstes Weinanbaugebiet ist bereits seit dem Jahr 2000 ein von der EU anerkanntes Weinanbauland. (Wieder was gelernt!) Aber billig ist er nicht, der Wein, wie so gar nichts wirklich billig ist in Dänemark - zumindest nicht für unser österreichisches Einkommensniveau. 

Aber vieles ist dafür gratis: Vor allem Kinder und Radfahrer und Radfahrinnen werden überall bevorzugt, da radelt man sehr gerne wieder so jugendlich wie möglich vor sich hin…

 

MIT DEM ESSEN - DAS IST SO EINE SACHE IN DÄNEMARK.

Um sofort eine Lanze für die dänische Küche zu brechen: Die dänische Küche ist ganz hervorragend! Es gibt herrliche Fleisch-, Fisch- und Meeresfrüchte- und Veggieburger-Gerichte, die fantasievollsten Kreationen von Smørrebrød, das Frühstück in den Hotels ausschließlich grandios, die Portionen sind riesig und liebevoll mit üppigen Saucen und Dekor garniert, daran gibt es überhaupt gar nicht herumzumäkeln! 

Schwierig ist ist es nur, diese „hidden places“, an denen man in den Genuss der richtigen dänischen Kochkunst gelangen kann, erst einmal zu finden, das bedarf offenbar einer gewissen Erfahrung.

In den Städten findet das „käufliche“ Essen - wie inzwischen auf der halben Welt - mehr auf der Strasse statt. Pizza-Kebap-Burger-Sushi gegen Burger-Sushi-Kebap-Pizza. Es reiht sich ein Take-away ans andere, kaum trifft man Passanten, die nicht gerade irgendetwas mehr oder minder Essbares aus fettglänzendem Papier herausschälen. (Immerhin haben wir, dieser Kultur folgend, im "Cafè Saftig" in Stege auf der Insel Møn das beste Sandwich unseres Lebens verspeist!)

Der geschulte, eventuell nicht mehr ganz so jugendliche Österreicher ist ja gewohnt, in einem gemütlichen oder in seltenen Fällen sogar schönen Gasthof zu annehmbaren Preisen ein durchaus schmackhaftes Essen einzunehmen und danach eventuell mit einem guten Glas Wein den Tag noch ein wenig ausklingen zu lassen. Old School! Völlig daneben! Auf der Suche nach diesem altmodischen Setting haben wir so manche kostbare Urlaubsstunde zumeist vergebens verschwendet… 

Eigentlich wurden wir erst am letzten Tagen unserer Reise auf der Insel Møn so richtig im kleinen, versteckten Boutiquehotel Ellevilde (übersetzt "Völlig verrückt") fündig: Kenneth kocht zum Niederknien, wir haben uns gleich für beide Abende eingebucht und den ersten dänischen Orange-Wein genossen…

 

WETTER? WAS IST DAS?

Ja, und da wäre ja auch noch das Wetter. Wettervorhersage? Kannst Du vergessen. Das Wetter tut was es will und zwar in jeder verdammten Sekunde. Kaum freut sich der ahnungslose Fremdling über einen warmen Sonnenstrahl auf der Nasenspitze, überzieht ein Regenschauer die eiligst aufgezogene Regenkapuze. Scheint der vorbei zu sein, fegt dich ein aus dem Nichts kommender Sturm fast vom Gehsteig, worauf die scheinheilige Sonne das Spielchen wieder von vorne beginnt.  

Sollte es das Sprichwort geben: „Absolut nichts ist unberechenbarer als das dänische Wetter“, noch nicht existieren, wäre es hiermit geboren. Außer Schneefall haben wir so gut wie alle meteorologischen Aggregatzustände erlebt in diesen läppischen 14 Tagen. Das Schöne: Man gewöhnt sich schnell daran! „Be prepared for any situation any time.“

Und den Dänen und Däninnen ist das Wetter ohnehin komplett wurscht. Die rennen mit kurzer Hose, Flipflops und Spaghettiträgerlaiberl bei 12 Grad und Regenschauer herum und verziehen dabei keine Miene. Außer, sie lächeln Dich gerade an.

 

FAZIT

Ein Urlaub in Dänemark ist eine überaus rundes und entspanntes Erlebnis. Unerwartetes, Überraschendes und Innovatives, herrlich unberührte Natur, freundliche Menschen, intelligente, zukunftsweisende Architektur & Design, alte und neue Kunst in allen Ausprägungen. 

In meiner Conclusio habe ich versucht, meine ureigenste und ausschließlich positive Sicht der Erlebnisse aus unserer 14-tägigen Dänemark-Rundreise in Worte zu fassen. Wir haben in einer gut vorgeplanten Rundreise alle 5 Regionen bereist: Seeland, Fünen, Nord-, Mittel- und Süjdütland und die Insel Samsø dazu und trotzdem nur eine klitzekleine Ahnung gekriegt, wie dieses Land und seine Bewohner ticken. 

Ihr überlegt noch? Zögert nicht mehr, tut es einfach! Ihr werdet es nicht bereuen, versprochen!

 

PS: Falls jemand von euch Dänemark-Kenner(in) ist, und etwas so gar nicht eurem Bild von Dänemark entspricht, bitte einfach lächeln…

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