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2. Etappe | Tag 3: Von Kopenhagen nach Samsø — Insel, Wind & Energiestory

Heute haben wir unseren Reisewagen abgeholt. Es ist - wie schon bei der Adria-Umrundung und unserem Neujahrstrip in die Provence ein Volkswagen ID.7 Tourer. Zugegeben, wir hätten auch was anderes ausprobieren können, aber dieser vollelektrische Kombi ist einfach das perfekte Reiseauto. Zur Verfügung gestellt hat uns diesen Wagen Volkswagen Danmark. Warum? Wir haben versucht, ein europäisches E-Auto bei den großen Vermietfirmen zu bekommen. War so nicht möglich, vor allem wollte uns keiner eine Garantie geben, dass das Mietobjekt verbindlich elektrisch ist.

 

Warum ist das so? Dänemark ist bei Neuwagenkäufen zwar absoluter E-Auto-Vorreiter (teils über 80% der Neuzulassungen). Dennoch ist das Mieten oder Carsharing von E-Autos bei den etablierten Anbietern noch immer die Ausnahme. Die Gründe dafür? Autovermieter meiden E-Autos wegen der hohen Anschaffungskosten und dem Wertverlust der Fahrzeuge, was das Vermieten teurer macht als bei klassischen Verbrennern. Zudem müssen Mietwagen schnell für den nächsten Kunden bereitstehen. Lange Ladezeiten und unterschiedliche Ladekarten/Bezahlsysteme im Ausland stören den reibungslosen Ablauf der Vermietung. Und auf Kundenseite ist das Interesse auch noch endend wollend. Viele Urlauber und Kurzzeitmieter haben keine Ladeerfahrung und fürchten eine leere Batterie im dünner besiedelten Hinterland oder bei Ferienhaus-Trips. 

 

Wir haben davor keine Angst, gerade in Dänemark nicht. Unser Ziel heute: die Insel Samsø, eigentlich die Vorreiterin der Erneuerbaren-Entwicklung in Dänemark. Samsø ist eine kleine Insel, aber mit großer Geschichte: Windräder, Solarmodule und ein lokales Engagement, das die Insel vollständig mit erneuerbarer Energie versorgt. Für uns als e-Reisende ist Samsø ein Traum: kurze Fährfahrt (Kalundborg - Ballen, ca. eineinhalb Stunden), langsames Inseltempo, lokale Produzenten — und das gute Gefühl, dass sich nachhaltiges Reisen mit echtem, lokalem Wandel verbindet.

 

Wir haben noch Zeit vor der Abfahrt und obwohl es gerade regnet, hat Verena die gute Idee, doch zum Leuchtturm nach Røsnæs rauszufahren. Schon die Fahrt dorthin ist bezaubernd. Sanfte Hügel in üppiges Grün gehüllt, romantische kleine Häuschen vor Pferdekoppeln, zusammengefasst: Dänische Landidylle. Dann auf die Fähre, die (!) vollelektrisch ist, in Dänemark nicht ungewöhnlich, aber davon mehr in einem kommenden Blogpost.

 

Die Fähre ist bequem und völlig neu, wir kommen an in Ballen und beziehen unser Zimmer im Ballen Badehotel. Die Sonne ist gerade wieder zwischen den Wolken hervorgekommen, wir erkunden Ballen, das eigentlich nur aus einem Hafen und ein paar Häusern besteht. Heute werden wir nichts Großes mehr beginnen, morgen durchqueren wir die Insel mit dem Fahrrad...

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