Wir landen pünktlich um 16:45 am Flughafen Kopenhagen. 811 km Luftlinie von München nach Kopenhagen in 1:40 Stunden, das hat uns dazu bewogen, nicht mit dem Auto anzureisen, auch wenn es uns schwerfällt. Ja, wir haben eine CO2-Kompensation bezahlt, an "Ilanga – Sonnenkraft für Afrika e.V.", einem Projekt zur Förderung von Photovoltaik im südlichen Afrika (www.ilanga-sun.de) und zusätzlich noch an die BOKU Wien (https://klimaneutralität.boku.ac.at). Aber das ist wahrscheinlich eher Gewissensberuhigung. Wir fliegen halt nicht mehr gerne. Am Flughafen nehmen wir die Metro, die uns mit einmal Umsteigen in 20 Minuten in die Innenstadt bringt, nach Vesterbrø, wo auch unser Hotel Andersen (3 Gehminuten vom Bahnhof entfernt) liegt.
Unser erster Weg in Kopenhagen führt uns.... nirgendwo hin. Wir lassen uns treiben, lassen Bahnhof und Tivoli links liegen, schlendern durch die Gassen, überqueren unfassbar breite Boulevards, geraten in die Shop- und Fastfoodmeile, was uns sofort etwas "fremdeln" lässt. Die Suche nach authentischer dänischer Küche endet im "Mr. Pho", der sich in drei vietnamesische Köchinnen verwandelt hat, die uns aber eine ausgezeichnete Suppe kredenzen. Mit vollem Magen erkunden wir weiter die Stadt, entdecken bei allem architektonischen Pragmatismus kleine bezaubernde Ecken, bis wir nicht mehr wissen, in welchem Stadtteil wir eigentlich sind. Die Müdigkeit treibt uns ins Hotel, wo wir in der Honesty-Bar (jeder mixt sich seinen Drink selbst und schreibt ihn auf) noch ein Bier trinken und dann ins Bett fallen. Morgen gehts mit dem Fahrrad durch Kopenhagen....
Ein paar Worte zu Stadt selbst
Kopenhagen ist weniger durch einzelne Sehenswürdigkeiten geprägt als durch seine innere Ordnung. Die Stadt versteht sich nicht als Bühne, sondern als funktionierendes Gefüge. Ihre Entwicklung ist das Ergebnis kontinuierlicher Entscheidungen, nicht spektakulärer Brüche. Historisch war Kopenhagen Handelsplatz, Hafen und militärischer Stützpunkt. Diese Herkunft erklärt die bis heute sichtbare Nähe zum Wasser und den pragmatischen Umgang mit Raum. Kanäle und Hafenbecken strukturieren die Stadt, ohne sie zu fragmentieren. Wasser ist verbindendes Element, nicht Grenze.
Architektonisch herrscht Zurückhaltung. Historische Bauten werden genutzt, nicht konserviert. Neue Stadtteile entstehen mit klarer Priorität auf Alltagstauglichkeit: kurze Wege, Mischnutzung, Energieeffizienz. Stadtplanung folgt hier keiner Ideologie, sondern überprüfbaren Zielen. Kopenhagen zeichnet sich durch Vertrauen aus: in Institutionen, in Planung, in gemeinschaftliche Regeln. Mobilität, Wohnen und öffentlicher Raum werden nicht gegeneinander ausgespielt, sondern aufeinander abgestimmt. Die Stadt funktioniert, weil sie sich selbst ernst nimmt – und nichts überhöht. Alltagstauglichkeit scheint hier das Leitprinzip zu sein.
Kopenhagen ohne Auto — Warum wir das E-Auto erst nach zwei Tagen abholen
Wir starten unseren Roadtrip in Kopenhagen mit dem leichten Gefühl, die Stadt zu Fuß und mit dem Fahrrad besser entdecken zu können — und nicht gleich mit Motor und Parkstress loszuziehen. Deshalb werden wir unser Elektroauto, den Volkswagen ID.7 Tourer, erst nach 2 Tagen Kopenhagen-Erleben abholen. Zwei Tage und zwei Nächte Design, Nyhavn-Licht, Glyptotek-Atem und kleine Cafés geben uns den Kopf frei, bevor die Reise Richtung Samsø beginnt. Für uns ist das nicht nur Komfort: es ist nachhaltige Logik. Stadtluft anders atmen, weniger Fahrkilometer in der City und bessere Foto-Settings — und dann starten wir mit geladenen Akkus und voller Vorfreude in die Natur Dänemarks.







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