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Wie reisen wir an nach Dänemark? Ist das zeitgemäß?

Nein, nur bedingt. Wir werden bei unserer Dänemark-Reise darauf achten, vor Ort zu 100 % elektrisch unterwegs zu sein: Mietauto, Busse, Schiffe und Fähren. In Dänemark ist das bei all diesen Transportmitteln möglich. Lediglich die Anreise macht uns Kopfzerbrechen: Von Seekirchen geht es elektrisch nach München, von dort aber mit dem Flugzeug nach Kopenhagen. Warum? Wir wollten uns die stressige Fahrt über die deutschen Autobahnen diesmal ersparen. Wie sehr müssen wir ein schlechtes Gewissen dabei haben – und was wären die Alternativen gewesen?

 

Ja, ein „Klimakater“ bleibt, verursacht der Flug doch ein Vielfaches (450 kg pro Strecke) der CO₂-Emissionen einer Bahnfahrt oder einer Reise im mit 2 Personen besetzten E-Auto. Die elektrische Rundreise in Dänemark kompensiert das zwar moralisch, aber faktisch bleibt der CO₂-Rucksack der Anreise bestehen. Da hilft es auch wenig, dass der Flughafen Kopenhagen selbst massiv in Elektrifizierung investiert (E-Schlepper, Solaranlagen).

 

Hätten wir Alternativen gehabt?

Definitiv. Mit mehr Zeit im Gepäck gäbe es drei spannende Wege:

1. Roadtrip mit dem E-Auto: Seekirchen → Hamburg (Übernachtung & Sightseeing) → Kopenhagen. Das dauert gemütliche zwei Tage und die Bilanz liegt bei etwa 140–160 kg CO₂ pro Strecke (je nach Strommix).

2. Die Schiene: Von Seekirchen über München und Hamburg nach Kopenhagen. Dauer: ca. 12–14 Stunden. Mit dem ICE und dem EuroCity ist das mit nur ca. 25–35 kg CO₂ pro Person die klimafreundlichste Variante. Zudem ist es stressfrei: Man hat einen Arbeitsplatz, ein Bordrestaurant und garantiert keinen Stau.

3. Die Kombination: Auch das wäre möglich, nämlich aus Zug und E-Auto: Mit dem E-Auto nach Hamburg, dort den Zug nach Kopenhagen nehmen. CO₂-Bilanz: ~100 kg CO₂ (Auto + Zug). Die Vorteile: Reduziert die Fahrzeit im Auto und ist deutlich klimafreundlicher als der Flug.

 

Wie „schlimm“ ist es wirklich?

Wir haben uns bewusst für eine maximale Elektrifizierung vor Ort entschieden – das ist ein wichtiger Schritt! Um den Flug nicht einfach so stehenzulassen, leisten wir einen Klimaschutzbeitrag für die verursachten Emissionen. Dieser fließt zu 100 % in Naturschutzprojekte mit klimapositiver Wirkung. Statt klassischer Anbieter wählen wir hierfür die BOKU Wien (https://klimaneutralität.boku.ac.at). Warum wir uns bewusst gegen den Begriff „Kompensation“ entschieden haben, erklärt die BOKU selbst am besten (siehe unten).

 

Fazit: Es geht nicht um Perfektion, sondern um Bewusstsein. Nur wer sein Handeln hinterfragt, kann es schrittweise verbessern. Jede Reise ist eine Chance, Neues zu probieren – vielleicht wird unsere nächste Anreise ja eine Kombination aus Nachtzug und E-Auto?

 

Auszug aus der BOKU-Website zum Klimaschutzbeitrag:

"Wir sind kein klassischer Anbieter von 'CO2-Kompensation': Vom Begriff der 'Kompensation' haben wir uns gelöst: Zu stark vermittelt er den Eindruck, dass eine Zahlung zur Vermeidung von Emissionen 'in fernen Ländern' von der Verantwortung zum Klimaschutz 'vor der eigenen Haustür' entbindet. Stattdessen verwenden wir den Begriff 'Klimaschutzbeitrag'. Er macht deutlich, dass eine solche Zahlung ein sinnvoller Beitrag zum Klimaschutz ist – ohne zu suggerieren, dass sie die Reduktion der eigenen Emissionen ersetzt..."

 

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Vergleich Klima-CO2-Kompensation.pdf
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