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Die E-Mobilität kommt – schneller als gedacht. Obwohl Europa zögert

Vergessen Sie alte Prognosen. Die Elektromobilität gleicht in ihrer Dynamik früheren, disruptiven Technologiesprüngen wie dem Siegeszug des iPhones oder der Digitalkamera. Laut der aktuellen Greenpeace-Publikation „Die Spannung steigt“ (März 2026, Autor: Benjamin Gehrs) ist der globale Übergang zur E-Mobilität unaufhaltsam. Doch während China und neue Märkte (sogar Schwellenländer) den Wandel aktiv vorantreiben, riskieren wir in Europa durch politisches Zögern und Lobbyeinfluss den Anschluss zu verlieren – sowohl klimapolitisch als auch wirtschaftlich.

 

Die Studie prognostiziert, dass der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) am Weltmarkt bis Ende 2035 auf etwa 75% steigen wird. Bereits im Januar 2031 könnten global erstmals mehr Stromer als Verbrenner zugelassen werden. Die Elektroauto-Neuzulassungen von 2016 bis 2025 entsprechen in ihrer Dynamik dem Photovoltaik-Wachstum der Jahre 2006 bis 2015. Hielten Elektroautos an diesem Pfad fest, wären rechnerisch 2033 bereits 100% der neu zugelassenen Pkw vollelektrisch. Dies zeigt, dass disruptive Technologien regelmäßig unterschätzt werden: Prognosen von OPEC, BCG und Roland Berger lagen weit daneben.

 

Und noch ein Umstand beflügelt die E-Mobilität weltweit: Der Iran-Krieg lässt die Kraftstoffpreise steigen und verschiebt den Automarkt. Alle Kriege haben die Tendenz, unbeabsichtigte Folgen zu zeitigen, die weit über das hinausgehen, was die Protagonisten zu erreichen versuchen. Einige davon sind relativ trivial, andere geradezu transformativ. So verhält es sich mit Donald Trumps Krieg im Golf, der – ironischerweise für einen US-Präsidenten, der „drill, baby, drill“ zu einer seiner Visitenkarten gemacht hat – den Abschied vom traditionellen Verbrennungsmotor offenbar massiv beschleunigt und hin zu Elektro-Fahrzeugen treibt. Für den Moment gibt es bei Benzin- und anderen Kraftstoffkosten kaum eine Grenze, und es mehren sich die Hinweise, dass dies ein stark wachsendes Interesse an Elektro- und anderen emissionsarmen Fahrzeugen antreibt. 

 

Während China auf einem Pfad zu 89% BEV-Anteil bis 2035 liegt, statistisch bedingt durch klare Strategie sowie Kosten- und Produktionsvorteile, hinkt der EU-Markt derzeit hinterher (Pfad nur rund 71%). Das abrupte Ende von Förderanreizen und die politische Kampagne gegen das „Verbrenner-Aus“ ließen die Zulassungen in der EU stagnieren. Für die traditionell in China stark positionierten deutschen Autohersteller ist das zum Problem geworden: Volkswagens Marktanteil in China ist gegenüber der Zeit vor dem E-Auto-Boom um über 40% geschrumpft.

 

Fazit: Politischer Wille ist entscheidend. Das Beispiel Norwegen (und auch Dänemark) zeigt: Politischer Wille kann den Hochlauf beschleunigen. Europa muss handeln, um nicht nur Zuschauer in einem Wettbewerb zu sein, den andere dominieren. Die Zeit zu handeln ist jetzt.

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