Am Morgen hängt Nebel über der Ebene, mit der aufgehenden Sonne ein wunderschönes Bild. Doch dann beginnt der Anstieg nach Ligurien: Plötzlich ist man über der Nebeldecke und die Sonne scheint immer stärker. Und obwohl wir das schon so oft auf unseren Reisen nach Südfrankreich erlebt haben, macht uns dieses atemberaubende Crescendo aus Himmel, Sonne und Blau immer wieder sprachlos. Vor uns, weit unten, liegt das Ligurische Meer. Ein Blau so intensiv und unerwartet im Winter, dass es das Herz weit werden lässt. Genua lassen wir aus, wir fädeln uns etwas weiter südwestlich in die Autostrada ein, die sich bin zur französischen Grenze an der Küste entlang schlängelt.
Und - obwohl auf der Autobahn - doch ein Naturschauspiel. Rechts steigen Felswände auf, links stürzen sie ab in dieses funkelnde Blau, hinab zu dem schroffen Küstenstreifen mit seinen pastellfarbenen Häusern, die wie Schwalbennester kleben – Portofino, Camogli, nur einen Blick entfernt - einer der schönsten Autobahnabschnitte Italiens, von Genua bis Ventimiglia. Nirgendwo liegen Berge und Meer so dicht beieinander, an diesem sonnenverwöhnten Küstenstreifen, wo Italien auf Frankreich trifft, gesäumt von pastellfarbenen Jugendstilvillen in Gärten mit Palmen und exotischen Blumen. Inzwischen ist die Temperatur auf 16 Grad geklettert und die Bäume erscheinen in einem satten Grün, mitten im Winter.
Wir passieren die Grenze zu Frankreich - und schon ist alles anders, jedenfalls die E-Mobilität betreffend. Was wir schon in unserem Blogeintrag über die französische Verkehrswende beschrieben haben >>>, bestätigt sich hier in Südfrankreich. Selbstverständlich laden auf jeder Autobahn-Raststation, herauszuheben ist das Engagement von TOTAL: Ausreichend Schnelllader, überdacht, mit Equipment zum Scheibenreinigen und - man glaubt es nicht - auch Staubsauger sind bei drei von den Stationen.
Die Fahrt geht weiter, die Französische Riviera bei Nizza glitzert vorüber, doch dann, hinter Fréjus, wandelt sich die Welt erneut. Man verlässt die Küste und taucht ein in die "Provence Verte", die grüne Provence um Correns. Die Berge hier sind weicher, mit silbrig-grünen Olivenhainen bedeckt, von Steinmauern durchzogen. In den Tälern schlummern verwitterte Bauernhöfe und kleine Dörfer aus hellem, honigfarbenem Stein. Die Luft riecht nach Thymian und feuchter Erde, auch im Winter.
Und schließlich Correns, es liegt in einem stillen Tal, umgeben von Weinbergen und von der typischen, leicht wilden Schönheit des Hinterlands der Côte d'Azur. Es ist für uns wie ein Nachhausekommen, eine Ankunft bei Freunden, im sanften, grünen Herzen der Provence, wo die lange Fahrt ihr Ende und ihren Sinn findet, weit weg vom Schnee der Alpen und dem Blau des Meeres. Ein Dorf, wie aus der Zeit gefallen...
Unsere Ladebilanz heute:
Wir starten mit 21% Restakku (weil ja das Laden im Hotel nicht geklappt hat) und suchen eine Schnellladestation. Auf dem Weg zur Autobahn kommen wir durch ein kleines Dorf, in dem neben der Kirche auf einem riesigen leeren Parkplatz eine einzige Ladesäule steht, mit angeblich 235 kW Leistung. Wir finden die Situation sehr originell und stecken an. Die tatsächliche Leistung beträgt 13 kW, wir stecken sofort ab und fahren weiter. Es war das Foto auf alle Fälle wert. Unser ID.7 navigiert uns zu einem Einkaufszentrum mit einigen Ladesäulen namens ELECTRA. Wir starten die Ladung bei 17% und sind nach knappen 35 Minuten bei 100% - superschnell. Kurz vor er französischen Grenze nehmen wir noch einen Cappuccino zu uns - das Auto hängt in diesen 10 Minuten an einer Ionity-Ladesäule. Und so nebenbei: Heute sind wir überall fast die einzigen Stromsuchenden…
Fazit: Positive Ladeerlebnisse, die den gestrigen Tag vergessen machen.










Kommentar schreiben
Engelbert Egger (Dienstag, 30 Dezember 2025 00:02)
Was ich euch gewünscht habe… besseren Anschluss ��für die schönen Bilder und den blumigen Text.. da glaubt man fast man fährt mit euch mit.
Klaus Hattinger (Dienstag, 30 Dezember 2025 07:51)
Danke fürs Mitnehmen ins Licht der Provence. Grüßt die Freunde.