Vorausgesetzt: Es gibt für alles ein Für und Wider. Es gibt das Recht auf freie Meinungsäußerung. Vor allem als Kommentare bei Postings oder Leserbriefen. Und es gibt sogar das Recht, etwas absolut nicht zu mögen. Dennoch ein Grund, bei all den Gegenargumenten zur Elektromobilität, die uns immer wieder begegnen, einmal ins Detail zu gehen und zu analysieren. Dazu nehmen wir einen Leserbrief von Lovelectric zur Entscheidung der EU-Kommission, das Verbrenner-Aus aufzuweichen, als Anlass und Beispiel. Erschienen ist der Leserbrief am 18.12. in der Krone. Hier die wichtigsten 10 Gegenargumente, alles unverfälschte Originalzitate als Reaktion auf eine einzige Veröffentlichung:
1. Elektrische Autos dürften keine Zukunft haben. Bei einer wissenschaftlichen Sendung wurde ein Prototyp eines Autos vorgestellt, das mit Leitungswasser fährt.
2. Wer alles auf Elektrizität setzt sollte im Hinterzimmer ein Diesel Aggregat als bak up haben.
3. Wer alles auf Elektrizität setzt ist bei einem Blackout tot.
4. Diese Grünen sind schon unerträglich. Fahren Sie selbst schon mit einer Kutsche und haben Sie daheim nur die Kerzen?!
5. Die Mehrzahl der Autofahrer will keine Elektroautos. Auch in China nicht. Die staatlich geförderten E-Autos stehen zu einem guten Teil auf Halde und finden keine Käufer. Und in den USA, in Russland, in Afrika, in Indien, in Süd-Amerika und in Großbritannien: überall dort sind E-Autos eine verschwindende Minderheit. Und wie sieht es mit LKWs aus? E-Fahrzeuge in den Armeen? Na, da können die Russen nur lachen, wenn ihnen die E-Fahrzeuge der Gegner entgegenkommen.
6. Solange es nicht ein dichtes Netzt an Ladestationen gibt, wo natürlich auch der Preis des Ladestroms in einem vernünftigen Mass festgelegt ist, kannst den ganzen Schmafu mit E-Autos vergessen.
7. Sinnvoll wäre eine Freiheit der Technologie, ohne eine auch nur im geringsten zu fördern, Verbrenner bekommen auch keinen Cent einer Förderung.
8. Solange man bei der Nutzung eines Duracell-Autos ausschliesslich auf öffentliche Ladestationen angewiesen ist, ist diese Technologie heute noch nicht Alltagstauglich.
9. Was wir aber nicht wissen, ist, woher wir all den Strom für diese Vehikel herbekommen. Die KI wird jedes KW absaugen und die Batterietechnologie wird Quantensprünge machen, daher ist es unsinnig, sich für diese Technik auszusprechen.
10. Da geht in Fellinger und der Lovelektrik jetzt jede Menge Kohle durch die Lappen. Tragisch
Natürlich kann das jede und jeder gerne selbst beurteilen, der Ordnung halber möchte ich dem mit ein paar Fakten begegnen.
1. Ja, es gab 2013 eine Meldung (>>>) über einen Prototyp mit einer sogenannten Phingery-Batterie in den Straßen von Tel Aviv. Natürlich steckt in Wasser nicht jene hochkonzentrierte chemische Energie, die Benzin zu einem idealen Kraftstoff für Verbrennungsmotoren macht. Und mit Wasser allein lässt sich gewiss auch in einer Batterie keine elektrische Energie für den Betrieb von Elektroautos erzeugen. Doch Wasser spielt bei der Innovation von Phinergy eine zentrale Rolle, um Strom für elektrisch angetriebenen Fahrzeuge zu gewinnen. Der eigentliche Energiequelle ist gleichwohl das Metall Aluminium. Die Phinergy-Forscher haben in ihrem Labor in der Nähe von Tel Aviv nämlich eine sogenannte Aluminium-Luft-Batterie entwickelt, bei der die Anode aus Aluminium besteht. Bei der Gewinnung der elektrischen Energie geht dieses Aluminium in Lösung, wird also verbraucht. Der verwendete Elektrolyt, die Flüssigkeit zwischen den beiden Elektroden, besteht vorwiegend aus Wasser sowie Natrium- oder Kaliumhydroxid. Die Versuche wurden eingestellt.
2., 3. und 9.: Selbst bei einer vollständigen Umstellung auf E-Autos würde der zusätzliche Strombedarf nur einen Bruchteil (Schätzungen gehen von 7-8% aus) des heutigen Gesamtbedarfs ausmachen, was durch den Ausbau erneuerbarer Energien gedeckt werden kann. Dazu kommt, dass E-Autos in Zukunft Teil des gesamten Netzausbaus sein könnten: Intelligentes Laden (Smart Charging) mit Wallboxen, die das Laden zeitlich steuern (z.B. nachts, wenn wenig Strom verbraucht wird), das glättet die Lastkurven und verhindert Überlastung. Bidirektionales Laden: E-Autos können als mobile Stromspeicher dienen und Strom ins Netz zurückspeisen, was die Netzstabilität erhöht. Also ja, es gibt genug Strom, um die Elektromobilität zu decken, aber es erfordert einen intelligenten Ausbau der Netze.
4. Habe ich nicht verstanden.
5. Der Bedarf an E-Mobilität in China ist enorm und wächst rasant, angetrieben durch eine starke Inlandsnachfrage (über 50 % der Käufer wollen ein E-Auto), massive staatliche Förderung und eine riesige Ladeinfrastruktur. E-Fahrzeuge machen bereits fast die Hälfte der Neuwagenkäufe aus, und China dominiert den Weltmarkt mit 60 % des globalen E-Auto-Bestands. Preisgünstige E-Autos (zwei Drittel günstiger als Verbrenner) und schnelle Ladeinnovationen (BYD/CATL) machen sie attraktiv, was zu einem explosionsartigen Wachstum führt.
6. Man kann das Tankstellennetz und das Ladenetz in Österreich vergleichen, aber die Zahlen und Strukturen unterscheiden sich stark: Das Tankstellennetz ist flächendeckend und etabliert (Tausende Standorte), während das Ladenetz noch im Ausbau ist (über 31.000 Ladepunkte bis Mitte 2025), aber schnell wächst, insbesondere auf Autobahnen und in Städten. Was zu berücksichtigen ist, dass eigentlich jeder Haushalt mit E-Auto und PV-Anlage auch ein Ladepunkt (für Grünstrom) ist, das findet in der Statistik keine Berücksichtigung. Ja, das Ladenetz in Österreich wird zunehmend als ausreichend wahrgenommen, wenngleich es in den Ballungszentren noch Ausbau-Bedarf gibt.
7. Österreich fördert aktiv die Elektromobilität durch Kaufanreize und Infrastrukturmaßnahmen, während Förderungen für Verbrenner eher im Bereich der Steuerbegünstigungen liegen (Dieselprivileg, Steuerbegünstigungen für Dienstwagen) und als Teil einer Übergangsphase oder Technologieoffenheit betrachtet werden, aber der Trend geht klar in Richtung E-Mobilität.
8. Dieses Argument möchte ich gerne umdrehen: "Solange man bei der Nutzung eines Verbrenner-Autos ausschliesslich auf öffentliche Tankstellen angewiesen ist, ist diese Technologie nicht alltagstauglich."
10. Habe ich nicht verstanden.

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Thomas (Freitag, 19 Dezember 2025 16:44)
10. hab ich auch nicht verstanden ��
Joe Blue (Freitag, 19 Dezember 2025 21:03)
Huh, was für ein gequirlter Scheissdreck. Ich fahre ein Elektroauto und würde nichts anderes mehr fahren wollen. Leiser, günstiger im Unterhalt (3-5 Euro/100 km zuhause und 6-10 Euro/100 km an öffentlichen Ladern + 1000-3000 km jedes Jahr kostenlos), sauberer (nur halb so viel Co2 Ausstoss über das Autoleben gesehen, Akku Recycling schon zu über 95% möglich) und wesentlich spassiger zu fahren. Angesichts der fortschreitenden Klimaerwärmung ist es sehr dumm und ignorant seinen Kindern und Enkeln gegenüber, weiter dreckiges Öl aus Schurkenstaaten zu verbrennen. Mein E-Auto hat übrigens 30.000 gekostet. So viel kostet heute ein neuer VW Golf. Mein Nachbar hat einen E-Up für 15.000 Euro. Damit fährt er täglich 100 km zur Arbeit. Reicht ihm völlig. 100 km kosten ihn 5 Euro. 2,50 mit Solar vom Dach. Im letzten Sommer war ich übrigens in Südfrankreich mit meinem E-Auto. 2400 km. Gar kein Problem.
Fakt ist, ein Elektrofahrzeug stösst über sein Fahrzeugleben gesehen nur halb so viel Co2 aus wie ein Stinkverbrenner und das trotz aufwändiger Akkuherstellung und trotz Strommix mit erst 60% sauberem Strom. Der aber jedes Jahr sauberer wird. Akku Recycling ist auch schon zu über 90% möglich. Dagegen werden für die Ölförderung täglich 40 Milliarden Liter Wasser vergiftet und dazu noch riesige Landstriche verseucht. Und die Menschen in den Städten mit krebserregendem Auspuffstaub verpestet und der Planet massiv erwärmt. Übrigens entstehen 85% der Emissionen eines Fahrzeugs während des Betriebs. https://www.electrive.net/2024/01/28/co2-emissionen-so-sauber-war-das-elektroauto-2023/
Karl-Heinz (Samstag, 20 Dezember 2025 16:34)
Immer die gleichen "alternativen Fakten" :-D
Wer nicht in der Lage ist, logisch zu denken und falsche bzw. veraltete Berichte und Zahlen benutzt, wiederholt eben diese sogenannten "Stammtischparolen" und verweigert sich jeder Diskussion, denn dabei könnte ja herauskommen, dass man nicht furchblickt.
Ich interessiere mich seit 2012 für E-Mobilität, habe 2015 die 1. Probefahrt gemacht, 2021 die nächsten 2 und 2022 mein derzeitiges E-Mobil gekauft. Geladen wurde über Schuko (max. 10A, weil die Kontakte in der Steckdose nicht mehr auf Dauer vertragen), jetzt über CEE (blaue) Steckdose mit 16A in der TG. Das reicht völlig aus, denn ich muss ja nicht daneben stehen bleiben (anders als beim Tanken!) und über Nacht habe ich wieder genug "Saft" für den nächsten Tag.
Zurück zum Verbrenner?? NEIN!