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Ab wann sind E-Autos wirklich klimafreundlicher als Verbrenner?

Ein Mythos hält sich hartnäckig: „Elektroautos sind doch gar nicht wirklich umweltfreundlich – die Batterieproduktion verursacht mehr CO₂ als ein Benziner je ausstößt!“ Stimmt das? Ganz klar: Nein. Dennoch lohnt es sich, einmal genauer hinzusehen, denn die Herstellung eines E-Autos – insbesondere der Batterie – verursacht tatsächlich mehr Emissionen zu Beginn. Aber: Schon nach wenigen Jahren oder einigen zehntausend Kilometern hat sich diese Bilanz komplett gewendet.

 

Wie wird eigentlich die CO₂-Bilanz von Elektroautos berechnet?

Zur Berechnung der Ökobilanz müssen alle Schadstoffe betrachtet werden, die während der gesamten Lebensdauer des Elektroautos anfallen. Dazu zählen die Herstellung und der alltägliche Betrieb, aber auch das Abwracken und Recyclen bei Stilllegen/Außerbetriebnahme des Fahrzeugs. Zählt man die Menge der klimaschädlichen Treibhausgase zusammen, lässt sich daraus die CO₂-Bilanz errechnen: Wie viel CO₂ pro gefahrenem Kilometer entsteht und wie viel Energie verbraucht wird.  Mit dem daraus resultierenden Wert lässt sich ein E-Auto mit einem Verbrenner vergleichen. Dieses komplexe Vorhaben wurde in vielen verschiedenen Studien umgesetzt. 

 

Die Fakten: Wann kippt die Bilanz?

Während Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bei der Herstellung weniger Treibhausgas produzieren, stoßen sie – wegen der fossilen Brennstoffe – während ihrer gesamten Lebenszeit Klimagas aus: 2,42 Kilogramm pro Liter bei Benzin und 2,67 Kilogramm pro Liter bei Diesel. Berechnet man noch das bei der Förderung entstehende CO₂ mit ein („Well-to-Tank“), ist die Klimalast noch höher. Beim E-Auto hingegen fällt vor allem die Batterieproduktion schwer ins Gewicht. Die Batterieherstellung ist energieintensiv – je nach Größe entstehen 5 bis 8 Tonnen CO₂. Doch im Betrieb verbraucht das E-Auto viel weniger Energie, und der Strom wird immer grüner. Diese „CO₂-Vorschuld“ ist daher meist nach 2–3 Jahren oder 20.000 –30.000 Kilometern wieder ausgeglichen.

 

Mit grünem Strom um bis zu 89 Prozent sauberer!

Es besteht die Möglichkeit, Ladestrom aus Erneuerbaren Energien zu beziehen. Gerade dieser Faktor ist dafür verantwortlich, dass die E-Autos rascher eine bessere Ökobilanz aufweisen als Verbrenner. Darauf weist auch eine aktuelle Studie hin, die 2022 an der Universität der Bundeswehr München entstanden ist.  Dazu wertete man Daten von 790 Fahrzeugmodellen und -varianten aus, um die Emissionen über den gesamten Lebenszyklus zu analysieren. Dabei wurden konventionelle Benzin- und Dieselfahrzeuge genauso berücksichtigt wie Elektroautos und Plug-in-Hybride. Das Ergebnis überraschte sogar die Expert*innen: die Untersuchung ergab, dass im Vergleich zu Verbrennern der Emissionsausstoß von E-Autos um bis zu 89 Prozent niedriger ausfällt – gerade das Laden mit Ökostrom wirkt sich hier als einer der einflussreichsten Faktoren aus. Laut einer Studie der österreichischen Joanneum Research Forschungsgesellschaft sind Elektroautos bei der Nutzung erneuerbarer Energien bereits nach 25.000 bis 30.000 Kilometern im Vorteil. Das bedeutet: Wenn Sie ausschließlich mit Ökostrom laden, fällt die CO₂-Bilanz Ihres E-Autos nach ungefähr zwei Jahren (abhängig von der Fahrweise) besser aus als die entsprechenden Bilanzen von Dieselfahrzeugen und Benzinern. Ab dann ist ein E-Auto 100 Prozent sauberer als ein Verbrenner.

 

Die wichtigsten Vergleichsdaten renommierter Institute: 

 

 

Wie verhält sich dazu die Autogröße?

Anders als bei Verbrennern ist ein niedriger Verbrauch und eine entsprechend hohe Effizienz bei E-Autos nicht zwangsläufig eine Frage der Größe. Vergleicht man einen Kleinwagen, z.B. einen Fiat 500e, mit einem großen E-Auto, wie dem Tesla Model Y, sieht man, dass die beiden lt. WLTP im Verbrauch gar nicht so weit auseinanderliegen. Der Tesla kommt in der Basis-Ausführung auf einen Verbrauch von 15,7 kWh pro 100 Kilometer und eignet sich als Familien- und Reiseauto und hat 5 Sitze und ordentlich Stauraum, mit einer Reichweite von bis zu 530 km. Dagegen kommt der Fiat 500e, ein kompakter Cityflitzer, auf einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 13,0 kWh pro 100 Kilometer. Für längere Autoreisen ist das Modell weniger geeignet: Die WLTP-Reichweite liegt bei 190 Kilometern, in der Praxis sind das rund 150 Kilometer Reichweite. Es geht also mehr um Effizienz als um Größe. Und: Wie effizient und sparsam man mit dem E-Auto unterwegs sind, kann man durch individuelle Fahrweise letzten Endes selbst beeinflussen. 

 

Fazit:

Elektrische Antriebe sind deutlich effizienter als Verbrennungsmotoren. Schon nach 2 Jahren oder 20.000 Kilometern hat das E-Auto den CO2-Rucksack abgelegt. Entscheidend für die Umweltbilanz ist jedoch die Herkunft des Stroms. Ein hoher Anteil fossiler Energien im Strommix ist eine generelle Herausforderung der Energiewende – die nicht nur für nachhaltige Mobilität, sondern auch für den umweltfreundlichen Betrieb von Wärmepumpen gelöst werden muss. 

 

Drei Studien zum Download:

 

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Analyse der Umweltbilanz von Kraftfahrzeugen 2024
Analyse der Umweltbilanz von Kraftfahrze
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Langfristige Umweltbilanz und Zukunftspotenzial alternativer Antriebstechnologien 2022
Langfristige Umweltbilanz und Zukunftspo
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Green-NCAP Life-Cycle Assessment 2022
Green-NCAP Life-Cycle Assessment 2022.pd
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